Warum Sanitäterin?

Als ich damals meinen ersten Schnupper Dienst hatte, fuhren wir hauptsächlich Krankentransporte, bis wir gegen Dienstende zu einem Verkehrsunfall geschickt wurden. Meine erste Blaufahrt, mit Folgetonhorn. Es war spannend und ich konnte sehr viele Eindrücke an diesem Tag sammeln.

Meine erste Blaulichtfahrt vergesse ich nie.


Wenn ich Dienst habe, auch wenn es ein „0er“ist, bin ich einsatzbereit, falls jemand Hilfe braucht.

Das gibt mir das Gefühl gebraucht zu werden, anders als damals im privaten Leben. Im Dienst bist du ein anderer Mensch. Du bist der, der für in Not geratene die Erste Hilfe ist, du fühlst dich gebraucht, du bist stark und vor allem selbstbewusst.

Du kannst fühlen wie es dem Patienten gegenüber geht, viele brauchen dabei nur ein offenes Ohr. Auch der „unnötigste“ Einsatz kann Leben retten.



Ich kenne beide Seiten, die als Patient und die als Sanitäterin, und darauf bin ich stolz. Ich höre oft, dass viele das nicht machen könnten, weil sie kein Blut sehen können. Aber es ist ja nicht jeder Einsatz blutig. Ein Tag im normalen Dienst besteht oft aus einfachen Transporten von Patienten, die nicht selbständig zum Arzt oder zu Ambulanten Terminen im Krankenhaus kommen. Transporte von einem Krankenhaus in ein anderes oder simple Heimtransporte nach Untersuchungen.

Wir lernen sehr viele unterschiedliche Persönlichkeiten kennen und jeder hat eine andere Geschichte. Es gibt auch Patienten, die einem wortwörtlich den letzten Nerv rauben, damit wir jetzt nicht nur das Positive herauspicken. Es gibt wie überall Momente wo du am liebsten lauthals loslachen würdest aber auch Momente wo du dir denkst

„...Waaaarum mache ich das nochmal? ...“oder

„...äääh ja… und Sie haben das jetzt genommen weeeeiiiiiil???“

„...*Grillenzirpen*...“





Das Wichtigste im Rettungsdienst ist, dass du im Team arbeitest. Du musst dich auf deine Mannschaft verlassen können und die Mannschaft muss sich auf dich verlassen können. Je öfter wir im Dienst zusammen in einem Auto sitzen, desto besser wird das Zusammenspiel.

Man wird zu einem eingespielten Team. Jeder in meinem Team ist ein Teil meiner Familie. Jeder hat seine Stärken, Schwächen und jeder ergänzt jemandem im Team.

 
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©2020 Jossy Joy.

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