Selbsttherapie | Die Welt steht Kopf

Zu schreiben ist für mich Selbsttherapie. Auch wenn ich für einen Beitrag oft Wochen oder Monate brauche. Ich kann mir dadurch die Zeit geben, die ich brauche, um die richtigen Worte für etwas zu finden, was ich in Gespräche nicht ausdrücken kann, weil "mir die Worte fehlen".


Für mich heißt es, sich etwas von der Seele schreiben, weil ich mir beim Reden selbst nicht die Zeit geben kann, mich verständlich auszudrücken.

Es ist eine Art selbst Verarbeitung, ich kann mich selbst besser verstehen, besser mit vergangenen Situationen umzugehen und abschließen.


Meine Gefühle und Emotionen, so gut es geht, verständlich auszudrücken und in einen Text zu formen braucht für mich so viel Zeit. Gedanken zu ordnen und schriftlich festhalten. Die eigenen Emotionen verstehen. Situationen verstehen, wie ich in Zukunft besser damit umgehen kann und auch wie ich einiges vermeiden kann. Ich zerbreche mir oft wegen Kleinigkeiten tagelang den Kopf, Mimik oder Worte, Äußerungen.


Wörter oder Sätze die gesagt wurden aufzuschreiben erleichtert mich enorm, weil ich es nochmals direkt vor Augen lesen kann und nicht nur mehr in meinem Kopf herumschwirrt.

In etwa wie Flashbacks aus Situationen, die mich enorm belastet und sich in meine Erinnerungen eingebrannt haben.


Es ist dann als wie, wenn ein teil davon, was mich belastet wegfällt, weil ich es auf Papier geschrieben habe. Ich halte es vor Augen und nicht mehr im Kopf.


Wenn ich mir Erinnerungen aufschreibe und versuche diese und die Gefühle in Worte zu fassen, um dem ganzen einen Namen zu geben, kann ich diese besser für mich verarbeiten. Wie formuliere ich den Satz am besten, um das Gefühl zu beschreiben.


Permanent nur darüber zu reden reißt hauptsächlich in mir dauernd wieder ein ungutes Gefühl, das ich trotz allem nicht ganz zuordnen kann. Ist es Angst, Unbehagen, innere Anspannung, oft denke ich mir innerlich, dass ich eigentlich weinen könnte, es trotzdem nicht kann. In meinem Kopf geht dann so viel vor sich, dass ich anfange Wörter mehrmals zu wiederholen und dann den Faden verliere. Für mich ist das peinlich. Fast so als wie wenn in mir etwas "schließt" und einen Themenwechsel verlangt. Wobei ich wiederum kein Problem habe in der Öffentlichkeit zu weinen, es gehört für mich einfach dazu. Mit tränen gefüllten Augen sieht man schlecht. Es fühlt sich trotzdem an wie eine jahrelange perfektionierte Fassade.

Wie die Büchse der Pandora.

Oft fühl es sich für mich selbst so an als hätte ich eine Mauer gegen mich selbst errichtet, vor der ich innerlich stehe und nicht weiß was dahinter ist.

Will ich überhaupt hinter die Mauer oder bleibe ich lieber nur davor sitzen und bewundere mein selbst erbautes Mauerwerk?


Beim Schreiben kann ich mir Zeit lassen, die letzten Wörter nochmals lesen. Und wenn ich mehrere Tage brauche, dann brauche ich halt mehrere Tage. Genau die Zeit nehme ich mir.

"Ich schreibe mir einen Stein vom Herzen."