Panikattacke | Die Welt steht Kopf


Das Gefühl als hätte man einen aufblasbaren Schwimmreifen im Hals der sich aufbläst bis er nicht mehr weiter kann und es weh tut. Es fühlt sich an als liegt ein großer Stein auf der Brust, der immer schwerer wird. Plötzliche Existenz Angst und totale Verzweiflung. Man will schreien aber es funktioniert nicht. Es kommt trotzdem kein Ton heraus. Es fühlt sich an als wenn der Hals und der Brustkorb gleich Platzen.


Das Gefühl als, wenn die Lunge vibriert und das Atmen immer schwerer wird. Es ist als wie wenn 1000 Stimmen im Kopf sind die alle kreuz und quer Reden, Schreien Lachen, mit einem lauten rauschenden Ton. Wenn jemand daneben redet, ich nahm es zwar wahr, konnte es aber nicht verarbeiten. Das sind enorme Ausnahmesituationen, ich bin oft genug unter meinem Schreibtisch gesessen, zwischen Kleiderkasten und Wand oder habe mich versucht irgendwo zu "verstecken". Das ist der Moment in dem man sich einfach ausgeliefert und Schutzlos fühlt und ich versuchte einfach irgendwie zu flüchten.

Nach den Panikattacken bin ich immer ziemlich fertig und könnte auf der Stelle einschlafen, weil so eine Attacke einfach enorm viel Energie frisst.

Das wichtigste ist in dem Moment für mich Ruhe, was aber für viele die so eine Panikattacke mitbekommen nicht verstanden wird. Es ist ein psychischer Ausnahmezustand und da hätte ich eine Person gebracht die in so einem Fall richtig reagiert. Meistens will ich darüber nicht Reden oder ich weiß selbst nicht was gerade der Auslöser dafür war. Natürlich kommt so etwas, bei mir, nicht Oft vor aber für mich sind das Zustände in denen einfach alles zu viel wird. Das können enorme Menschenansammlungen sein, das ist für mich eine Situation die ziemlich belastend sind vor allem wenn ich alleine Unterwegs bin. Da habe ich dann auch keine Person die mich ablenken könnte. 2014 bekam ich mein erstes blaues Auge von meinem damaligen Freund als ich eine Panikattacke hatte. 2018 hatte ich das erste Mal eine Attacke mit Krämpfen. Meine Hände haben zu krampfen begonnen so dass ich sie fast nicht mehr bewegen konnte. Es fühlt sich ungefähr so an, als wenn man einen Muskelkater hat und genau in der Bewegung verharrt in der er am meisten schmerzt. Mein damaliger Freund hat die Situation richtig gehandelt und hat mir versucht Ruhe zu geben, hat mich in den Arm genommen und hat versucht mir das Gefühl von Sicherheit zu geben. Aber das blaue Auge war nicht das einzige. Ich wurde angeschrien, wurde festgehalten und ich wurde bloßgestellt. Es existierte ein Video, das von einem damaligen "Freund" aufgenommen und auf Facebook hochgeladen wurde, um mich bloß zu stellen, was aber zum Glück nicht mehr Online ist. Ich weiß, dass es für außenstehende Nerven aufreibend ist weil, die auch nicht wissen, was los ist, aber es gibt da für mich persönlich nur 2 Optionen: entweder du versuchst ruhig zu bleiben und stehst hinter mir oder du verschwindest aus meinem Leben.

Für mich ist so eine Situation die reinste Qual und ich weiß mit mir selbst nichts Anzufangen. Ich habe mir früher die Arme Aufgeritzt, weil ich einfach Irgendwie den Druck abbauen musste und habe versucht das an mir selbst auszulassen. In anderen Situationen musste ich einfach Weg, ich habe mir einfach die Schuhe angezogen und musste Raus.

Für mich ist aber das Wichtigste das ich da eine Person habe der ich Vertrauen kann und die, die Situation auch nur ein bisschen einschätzen kann. Für mich persönlich ist es in dem Moment einfach wichtig halt zu haben, eine Person die mich nicht gehen oder sitzen lässt.

Ich kann keine "Persönchen" brauchen die mir das Leben noch schwerer machen. Es ist dann die eigene Dummheit das man nach einer Panikattacke den anderen Personen noch vertraut. Ich war oft genug dumm, aber ich habe gelernt, wenn genau in so einer Situation jemand nicht hinter dir steht, ist das Interesse an einem gelogen. Wenn jemand wirklich Interesse an dir hat, dann versucht er es zu verstehen und versucht dir zu helfen.

Das wichtigste ist, wenn man selbst weiß das man darunter leidet, redet mit eurem Partner. Was braucht ihr in so einer Situation. Oft merkt man im Nachhinein was einem gerade gefehlt hat oder was ihr in der Situation gebraucht hättet und was euch guttut. Es ist ein richtig mieses Gefühl, wenn ich daran zurückdenke, wie die Situation für mich war und wie Personen darauf reagierten. In einer Lage wo es für mich gefühlt nicht möglich ist sich zu verteidigen und ich schutzlos ausgeliefert war. Die Personen, die genau da für mich da Waren, kann ich, leicht an einer Hand abzählen. Die Auslöser können so unterschiedlich sein, dass ich es oft selbst nicht nachvollziehen kann. Jeder hatte im Leben schon einen Moment, indem der Blutdruck in die Höhe schoss, das Herz rast und man Angst um sein Leben hat.

Ich bin auch in Psychotherapie, um einfach alles zu Verarbeiten was in meinem Leben schon vorgefallen ist. Nachdem ich 10 Jahre, für mich gefühlt, Bodenlos in meinem Leben herum gestrampelt bin habe ich jetzt das Gefühl das ich endlich die Hilfe bekomme die ich benötige. In Therapie zu sein bedeutet, dass man stark genug ist Hilfe anzunehmen. Wenn ich in einem Gespräch erwähne, dass ich in Psychotherapie war, spürt man die Abneigung und ich habe ich aussagen gehört wie "Bist du geistesgestört?", "Psychopath? ", "Beeinträchtigt?" Einfache Antwort: „Ja“, aber aus dem Grund, weil ich mich mit Personen die mich mit so einer Art abstempeln, Unterhalte. Ich weiß zwar, dass diese Art von Personen damit nichts anfangen können, aber ich muss auch sagen ich schenke solchen Personen kein Vertrauen und keine Beachtung mehr. Ich akzeptierte die abgeneigte Einstellung, weil die nicht anders können. Ich will aber mit diesen Personen nichts zu tun haben, ich sehe es als nicht sinnvoll. Wichtig ist, dass man weiß wie man sich selbst Hilft: Was tut mir gut? Wie entspanne ich mich? Alleine, sitze ich dann meistens mit Kopfhörer irgendwo in einer Ecke, höre Musik und versuche irgendwie herunter zu kommen und mich abzulenken. Kein Reden, kein Trubel, keine Menschen.

Was mir aber sehr viel hilft ist eine Person die mich in der Situation Unterstützt mich in den Arm nimmt und nicht loslässt. Jemand der mir Sicherheit gibt und mich nicht alleine Sitzen lässt. Jemand der da ist und mir das Gefühl gibt sicher zu sein. Jemand der mir Halt gibt. Einfach nicht Reden, weil man es in dem Moment sowieso nicht kann.

Das wichtigste ist dabei das man sich Mitteilt, wenn eine Panikattacke schon Vorgekommen ist. Vor allem dem Partner, wie dieser am besten reagieren soll. Bei mir ist meistens der Auslöser, wenn alles zu viel wird, auch wenn es Unterbewusst ist. Da kann mich die kleinste Kleinigkeit Triggern.

Ich habe die Erfahrung durch den Rettungsdienst machen dürfen, dass es mir unheimlich viel hilft, wenn ich im Dienst war und anderen helfe. Das war für mich der perfekte Ausgleich, dass es gar nicht zu einer Panikattacke kam.

 
  • Instagram
  • Facebook

©2020 Jossy Joy.

Impressum