Neuer Lebensabschnitt

Aktualisiert: 5. Apr 2020

Jetzt startet bald mein neuer Lebensabschnitt. Schauen wir mal wo mich der Weg weiter hinführt ❤️

In der Entfernung sieht man alles nur ungenau und wenn man nur auf der Stelle steht, ziehen die Jahreszeiten nur an einem vorbei, ohne Veränderung. Der Weg geht weiter und die Spannung steigt was sich in der Entfernung versteckt.

Ja, ich hasse Überraschungen, für mich gibt’s nichts Schlimmeres, Überraschungen sind für mich immer negativ behaftet und ich habe gelernt alles positive so oft zu hinterfragen, zu zerlegen und zu analysieren, dass es mir keine Freude mehr bereitet. Die kleinsten positiven Ereignisse sind für mich Psychisch schwer zu verarbeiten. Ich habe noch sehr viel Arbeit vor mir um Dinge zu lernen die „Selbstverständlich“ und „Normal“ sind. Ein großer Schritt dabei ist für mich auch gewesen einmal Hilfe anzunehmen trotz der Angst wieder einfach fallen gelassen zu werden. Nach Jahrelangem herum Strampeln und ständigen versuchen alleine klar zukommen, befinde ich mich endlich in Psychotherapie und habe dabei auch einen sehr guten Therapeuten, bei dem ich mich wohl fühle und ich einmal nicht auf Ablehnung stoße oder abermals in etwas hinein gezwungen zu werden, ohne gefragt zu werden, ob ich damit Einverstanden bin.

Mir wurde immer wieder beigebracht, ich müsse mich für alles Bedanken was „für mich“ gemacht wurde, auch wenn ich das nie wollte. Ich müsste mich bedanken für Situationen, in denen ich mich nicht wohl fühlte, wo ich ausgenutzt wurde und in denen ich nicht sein wollte. Wie oft habe ich den Satz gehört „...und du bedankst dich nicht mal!“ Genau in solchen Situationen wusste ich nicht, für was ich mich zu bedanken habe, ich bedanke mich einfach!

Einen Großteil der Zeit in meinem Leben verbrachte ich damit mich zu entschuldigen und mich zu bedanken, für was wusste ich selbst die meiste Zeit nicht. Ich fühlte mich erniedrigt, missverstanden und ich bekam so gut wie nie die Chance aus meiner Sicht die Situation zu schildern. Ich fühlte mich wie ein Gegenstand der halt da war und auf den man planlos eingetreten wurde, dessen Gefühle unwichtig sind, der kein recht hat sich zu verständigen oder sich in Gespräche einbringen darf. Ich musste mich für meine Gefühle entschuldigen, für meine Gedanken, dafür das ich hilfsbereit sein wollte. Ich war wie ein Accessoire das halt dabei ist, solange es nicht stört, gibt es kein Problem. Ich musste mich dafür entschuldigen, wenn ich einfach nur Ich war. Ich habe gelernt, wenn ich das mache, waren alle anderen zufrieden. Wie verletzend und psychisch traumatisch solche Situationen für mich waren ist, für andere egal, da Sie sich gut fühlten, wie es mir dabei ging wurde nicht beachtet. Es hat sich nie jemand erkundigt wie es mir dabei ging, was in mir vorgeht, wie oft ich den Tränen nahe war. Entschuldigen und Bedanken gehört zum "Guten Ton aber wann das angebracht ist, wusste ich nicht. Es ging so weit, dass ich mich dafür Entschuldigte jemanden ein Geschenk gekauft zu haben und mich bedankte, wenn ich jemanden einen Gefallen tun konnte weil ich das Gefühl hatte gebraucht zu werden. Wenn jemand neben mir den Arm zu schnell hob, ich zusammenzuckte und gefragt wurde „was jetzt war“ oder wenn ich jemanden gefragt habe, ob er was unternehmen will und er momentan noch keine Zeit hatte, ich habe mich für solche Dinge entschuldigt! Mir wurde schmerzhaft beigebracht, wenn es anderen gut geht, MUSS es mir auch gut gehen. War das nicht mehr der Fall, wurde ich weggeschmissen.


Mittlerweile, wenn ich mich für etwas bedanken will, fällt mir das richtig schwer weil ich nicht abschätzen kann, ob etwas ehrlich gemeint ist oder ob ich wieder verarscht werde.


Ich habe mich oft Isoliert, weil rein der Gedanke enorm schmerzte, mit andern Menschen zu reden, geschweige die Gegenwart anderer Menschen. 

Wenn dir Tag für Tag, Menschen das Gefühl vermitteln dir bei jeder Gelegenheit das Messer in der Rücken zu rammen, vergeht einem der Soziale Kontakt.

Ein wichtiger Schritt für mich war auch, dass ich lerne, dass das Gefühl, mich wie ein Gegenstand behandeln lassen zu müssen, nicht in Ordnung ist und dass es total OK ist sich von Personen zu trennen die mir genau diese Gefühle vermittelten. Ich habe immer versucht mich nach anderen zu richten, von anderen zu lernen, habe Verhaltensweisen kopiert um mich zu integrieren, was nie gut funktionierte und ich wurde abgestempelt, obwohl ich nur versuchte es so vielen wie möglich recht zu machen. Ich wurde mit dem Gefühl erzogen ausgenutzt zu werden, dass das normal ist und ich assoziierte das Gefühl ausgenutzt zu werden mit dem Gefühl gebraucht zu werden, was viele nicht bemerkten und ich bekam immer und immer wieder die Bestätigung dafür. Zog ich mich zurück, weil es mir nicht mehr gut ging, wurde auf mich „eingestochen“ und ich sei an dem Pech der anderen Schuld. Ich wurde von klein auf in dem glauben erzogen das man anderen nur Vertrauen kann, wenn man selbst keine Forderungen stellt und ich lebte danach. Nur wenn andere zufrieden waren konnte ich mich einigermaßen fallen lassen, weil ich kurzzeitig nicht befürchten musste wieder einen Hieb zu bekommen, egal ob Familie, Bekanntenkreis oder Arbeit. Wenn man etwas nie lernt oder gelernt bekommt wie soll man etwas können, wenn es aber von allen gefordert wird.

Wenn alle etwas für Selbstverständlich sehen aber nie die Geduld und Zeit aufgebracht wurde mir etwas beizubringen. Jeder hat den Satz „hat dir das keiner Beigebracht?“ in seinem Leben schon mindestens einmal gehört. Wie viele müssten das aber bei den „einfachsten“ dingen eigentlich verneinen?


Viele versuchen mit dem Strom zu schwimmen, obwohl sie nie schwimmen gelernt haben. Obwohl man untergeht wie ein Stein, kommen dennoch ständig Vorwürfe von anderen, dass dies normal ist und man das können MUSS, aber keiner ist dazu bereit es dir beizubringen.