Klein, gereizt und nervig | RDS



Nicht nur ich bin klein und Reizbar, mein Darm ist schneller gereizt als ich!

Da in meinem Ersatzteillager die Geduldsfäden mittlerweile aus sind, die aber zu meinem Baujahr nicht mehr produziert werden – weil Auslauf Model – musste ich den Geduldsfaden gegen eine Zündschnur austauschen. Dadurch, dass beide dieselben Anschlüsse" haben brauche ich dazu nicht mal einen Adapter.



Die Diagnose, RDS, bekam ich erst im September 2018, fast 1 Jahr nachdem ich nur mehr 41.2Kg wog.

Den schnellen Gewichtsverlust von 56 kg auf 41.2 kg verdankte ich hauptsächlich dem ständigen psychischen Druck, allem immer gerecht werden zu müssen. Wenn ich nicht so funktionierte wie ich sollte, gaben mir alle um mich herum das Gefühl, dass ich gezwungen werde und niemand so wirklich darüber nachdachte wie ich mich fühlen könnte.


Dass ich für alles die Schuld zugewiesen bekommen habe, bemerkten auch ein paar andere aber immer erst dann, wenn ich mich isolierte, den Kontakt zu allen abgebrochen habe und ich damit nichts mehr zu tun haben wollte.




Ich hatte 2017 vor die Ausbildung zur Polizistin zu starten, das war auch meine Motivation für den Führerschein B. Ich fing an zu trainieren, zu dem Zeitpunkt hatte ich schon Probleme mit meinem Magen und Darm. Habe denen aber nicht mehr so wirklich Beachtung geschenkt. Ich freute mich anfangs sogar, dass ich einige Kilos leichter Geworden bin, aber als ich einige Zeit mit dem trainieren aussetzte, hörte das mit dem Abnehmen irgendwie nicht mehr auf. Es ging so weit, dass ich nichts mehr im Magen halten konnte. Bis es so weit ging, dass ich auch Wasser nicht mehr im Magen halten konnte, ab da bekam ich Infusionen – Paspatil und EloMel – zur Schmerztherapie bekam Voltaren, für zu Hause Novalgin tropfen.


Nachdem ich im Krankenhaus vorstellig geworden bin, bekam ich einen Flyer in die Hand gedrückt und nach Hause geschickt. Kostaufbau – da steht darin was ich alles NICHT essen darf – fand ich toll, laut dem Flyer darf ich mich von Hausstaub und Wasser ernähren.

Nach tagelangem suchen, bekam ich den Tipp mit "Hipp" So jetzt stehen wir wieder ganz am Anfang, ich versuchte mich durch sämtliche Babynahrung, nachdem ich einem Monat zuvor schon am Überlegen war mir Windeln zu besorgen, da ich es zu Fuß nicht mal zum Arzt schaffte, war Babynahrung zumindest nicht so peinlich. Meine geheime Empfehlung – Safari Getreidekekse von Milupa.

Seitdem habe ich auch kein Hungergefühl mehr, ist natürlich negativ als auch positiv zu betrachten. Versteht zwar fast niemand aber wenn man selbst davon betroffen ist, hat man eine andere Sichtweise.

Um hier einiges Abzukürzen, Ich hatte im März 2018 einen Termin für eine Gastro und Colo (Magen-Darm-Spiegelung), ich ging aber wegen der Unfähigkeit des Krankenhauses auf Revers nach Hause. Ich wurde geweckt, musste von dem Ekelhaften, Getränk nochmals 2L auf Ex runter Schütten und würde danach gleich abgeholt werden – Wegen dem Gespräch mit der Einverständniserklärung kam niemand, zur Unterschrift auf dieser wurde ich eher gezwungen – nachdem ich nach 7 Stunden angekündigt hatte, auf Revers nachhause zu gehen, wurde ich von einem Arzt angeschrien und mir wurde gedroht "ich müsse den Krankenhausaufenthalt selbst bezahlen, wenn ich nach Hause gehe".

Ja, ich bin trotzdem nach Hause. Mir wurde anbei noch sehr unprofessionell der Venflon gezogen.


Zu Hause habe ich Beschwerde eingereicht, es wurde sich für die Unannehmlichkeiten entschuldigt und Rechnung werde ich auf keinen Fall bekommen. Den nächsten Termin für die Gastro und Colo hatte ich im September 2018 in einem anderen Krankenhaus. Ich wurde sehr freundlich behandelt, zur Einverständniserklärung wurde ich super Aufgeklärt, die Pflegekräfte waren super freundlich und einfühlsam.

Nachdem alle Untersuchungen vorbei waren, bekam ich die Diagnose – RDS – Reizdarmsyndrom. RDS ist eine Erkrankung des Verdauungssystems, wobei die Darmfunktion gestört ist. Es gibt viele die unter RDS leiden, aber keine Symptome haben und dann gibt es aber auch die, die dadurch in Ihrer Lebensweise eingeschränkt sind. Depression, chronischer Stress, traumatische Ereignisse, Angst oder Panikstörungen wirken sich auf den Magen-Darmtrakt aus und stehen meist im Zusammenhang. Was natürlich wieder sehr belastend ist, dass man bei Magen-Darm Problemen sehr oft nicht ernst genommen wird. – True Story.

Vor dem Gewichtsverlust plagten mich schon Schmerzen, Krämpfe, Durchfälle sowie Übelkeit, aber ich war da schon an dem Punkt angelangt, an dem es mir schon eher egal war. Es bewirkte zwar, dass ich nicht so oft "Schübe" habe, aber natürlich halt mit anderen Problemen verbunden ist. Stress und Ärger sollte ich vermeiden also warum sollte ich mich über etwas aufregen und nahm gewisse Dinge einfach so hin. Einige haben gesagt ich habe meinen Kämpferwillen aufgegeben. Ich habe nie gesagt, dass ich aufgehört habe zu kämpfen, um das, was einem wichtig ist, kämpft man, aber ab einem gewissen Punkt wird es einem egal. Sobald ich merke das sich die Windungen in meinem Körper melden, weiß ich, jetzt ist der Punkt erreicht, an dem es mir egal sein muss. Nicht nur ich habe mich dadurch geändert, sondern auch die Personen die mich umgeben.

Ich habe sehr, sehr lange immer die "Schnauze" gehalten, wenn ich Schmerzen hatte, schon alleine aus dem Grund, weil es niemandem Interessierte und mir das zuvor oft schön vorgehalten wurde, mit Aussagen wie: "Wann tut die mal nichts weh?" "Wenn's dich nicht interessiert dann lass es." "Ne, bleib daheim." "Stell dich nicht so dumm an." "Du verdirbst wieder den ganzen Spaß." Lauter Sätze die einem das Gefühl geben nichts wert zu sein und ich mich entweder alleine unter Schmerzen zu Hause auf der Couch zusammengerollt habe oder einfach die Schnauze gehalten habe, wenn einem etwas weh tat. Ich habe für mich gelernt, dass diese Personen in meinem Leben keinen Wert haben, ich distanziere mich von dieser Art von Menschen.


Die Schmerzen sind unterschiedlich, mal fühlt es sich einfach nur dumpf an als hätte die Bauchdecke nachgegeben und es hängt eine Darmwindung heraus – die Schmerzen sind nichts Großartiges und für mich ziemlich häufig. Fühlt sich genauso ekelhaft an wie es sich anhört. Richtig schmerzhaft ist es, wenn es sich anfühlt als würde dir jemand das Bauch aufschneiden oder wie, wenn man einen Kaktus im Bauchraum hat und sich die Organe ganz fest darum wickeln. Die sind dann meistens schubweise, klingen kurz etwas ab und kommen schnell und intensiv wieder mit Blähbauch und enorm druckempfindlich.

Dann haben wir noch den normalen Blähbauch der sich Anfühlt als wäre ein Luftballon im Bauch, der kurz vorm Platzen ist. Da sind keine Schmerzen im Spiel. Es ist einfach ein richtig nerviges und unnötiges Gefühl. Ich sehe dann aus als wäre ich im 5. Monat schwanger. Ob ich damit schneller zu einem Sitzplatz in den öffentlichen Verkehrsmitteln bekommen würde, habe ich noch nicht versucht.


Nachts auch oft erhöhte Körpertemperatur und meistens eher ziemlich geschlaucht als müde. Oft aber auch ein drückender brausender Kopf, der aber eher vom Meningiom ausgeht. Natürlich habe ich auch viele normale Tage, an denen mir nichts Fehlt, keine schmerzen, kein Blähbauch, nichts.

Einfach ganz stink normale Tage und Wochen. Ich fühle mich gut, bin gut gelaunt und habe keine Beschwerden. Ab und zu knackst, wo was, ich habe mir aber sagen lassen, dass das ganz normal ist.

 
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©2020 Jossy Joy.

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