Ghost in my Bed | Die Welt steht Kopf

Aktualisiert: 7. Sept 2020


Am Weg ins Schlafzimmer, es fühlt sich an als wärst du hier. Ich stehe vor meinem Bett, es Sieht doppelt so groß aus als ich es in Erinnerung hatte. Viel zu groß. Ich ziehe mein Gewand aus und lege mich fast wie gewohnt rein. Das erste Mal das ich in diesem Zimmer total alleine schlafe. Bis vor kurzem bist du noch neben mir gelegen, wir haben geredet, haben gekuschelt, haben gelacht und gescherzt, genau an diesem Platz.


Ich bin in deinen Armen eingeschlafen. Ich habe immer ruhig geschlafen, wenn du hier warst. Die Sicherheit, das Schutzgefühl. Das Gefühl dass jemand da ist der mich versteht. Dass beschützte Gefühl, wenn mich wieder Krämpfe und Schmerzen plagen, das jemand da ist, dessen Nähe die plagen mildern, wie die beste Medizin. Dessen Umarmung mich den ganzen Trubel vergessen lässt. Das Gefühl, endlich verstanden zu werden, Gespräche wie sie nicht intimer sein könnten als wäre man dieselbe Person, fast die gleiche Denkweise, das Gleiche handeln. Jetzt ist er leer, es ist so groß und es ist kalt. Eis kalt. Warum ist kalt. Es ist viel kälter als sonst. Es gibt keine Wärme. Es riecht nach dir. Es weckt Erinnerungen. Positive Erinnerungen, aber warum tun die weh? Warum ist ein Schmerz da der tiefer und anders ist als ich ihn jemals kannte. Er ist anders, ich spüre deine Anwesenheit doch du bist nicht da, Reste deiner Anwesenheit. Ich umarme das Kopfkissen, auf dem du immer gelegen bist. Es fühlt sich an wie innere Leere, Gleichgültigkeit, als wenn keine Emotionen hier wären und trotzdem ist ein Schwall an Emotionen hier im Raum. Wo kommen diese Emotionen her, wieso sind sie da? Ich kenne diese Emotionen nicht. Ich brauche eine Umarmung, die Sicherheit, das Verständnis, dass Sensibilität ausstrahlt, eine die sich so gut anfühlt. Eine Umarmung die in keinem Vergleich zu bisherigen stand das Gefühl sich fallen zu lassen, teile der Rüstung unbeschadet abzulegen die viele vorher versuchten, einfach zu zerbrechen. Die Verletzlichkeit unter der Rüstung die viele versuchten mit emotionaler Gewalt zu finden. Das Gefühl in deinen Armen einzuschlafen, das die Welt ausgeschaltet ist, dass Sie stillsteht und trotzdem sind die Nächte viel zu kurz. Die Wärme die du mir gibst nur durch deine Anwesenheit. Die warme Hand die Meine hält. Es ist immer noch kalt, seit Wochen hätte ich mir gewünscht wieder weinen zu können, ich wollte weinen aber es ging nicht. Seit Wochen spüre ich wieder die Feuchtigkeit die unter den Augenlidern hervortritt, die tropfen die an den Schläfen herunterlaufen. Es fühlt sich an als würden die tropfen zu Eiskristallen, die Kälte, sie steht immer noch im Raum und zieht mir eine Gänsehaut auf. Sie zerrt und sie raubt als würde Sie fressen. Als würde sie sich davon ernähren, dadurch wachsen, und immer kälter werden. Es fühlt sich an als wäre ich nicht alleine als würde mich die Kälte beobachten, in mich eindringen und versuchen von mir Besitz zu ergreifen. Das einzige, was noch hier ist, ist dein Geruch. Der Rest der Anwesenheit deiner Aura, die langsam verblasst. Was am Ende bleibt ist die durchdringende Kälte, die den Raum frisst, sich von Trauer und angst ernährt, die Kälte die alles beansprucht, ihr Eigen nennt. Ich weiß ich gehöre nicht ihr aber ich bin zu müde mich dagegen zu wehren, zu müde vom Kämpfen, vom stark sein, von ständigen Wanderungen, von den schmerzen, von reden, von meinen Gedanken.