Dumm und Naiv | Die Welt steht Kopf

Aktualisiert: 12. Juli

Wir lernten uns Anfang Herbst 2019, im Zuge einer Kooperation kennen.

Nachdem wir uns dann ab und zu auf einem Kaffee getroffen haben entwickelte sich mehr, wir verstanden uns praktisch auf Anhieb. Nach zwei Monaten flogen wir dann gemeinsam in Urlaub. Dort stand er dann ohne Geld da, da er bei der Bank eine Kreditkarte beantragt hatte, die vorher hätte kommen sollen, was leider nicht der Fall war. Für mich war das kein Problem, das hätte den Besten passieren können also bezahlte ich dort alles. Es hat alles gepasst. Die Probleme fingen alle erst an. Er vermittelte ein Auto in Höhe von 65.000 €. Ein paar Tage darauf saß er in Unterhose auf der Couch und sein Handy vibrierte permanent. Ich habe ihn natürlich gefragt, warum er nicht abhebt. "Der Typ dessen Auto er vermittelt habe, will sein Geld, er hat es nicht mehr" zu dem Zeitpunkt dachte ich mir nicht all zufiel, Fehler passieren die ausgebügelt werden müssen und anscheinend hat er das Problem auch wieder behoben. Zeitgleich verkaufte ich meinen BMW, naiv und gutgläubig wie ich war, das Geld ging auf sein Bankkonto. Ich dachte mir da nicht viel dabei, weil ich es schon von ihm bekommen werden. Kurz darauf zogen wir in die gemeinsame Wohnung, und gleich darauf war der erste Lockdown. Am Anfang war alles noch wirklich OK und irgendwo genoss ich die Zeit am Anfang im Lockdown, weil endlich ein bisschen Ruhe einkehrte. Ich hatte meine Psychotherapie Termine Telefonisch und weil es mir enorm besser ging beendeten wir die Therapie. Kurz danach fing es an, dass er mich auf Abstand hielt, ich dürfe ihm nicht zu nahe kommen und er wurde enorm gereizt. Anfangs entschuldigte er sich bei mir, da er befürchte, dass er durch den Lockdown, dem frischen Umzug und der "halb fertigen Wohnung" enorm gestresst war. Danach änderte sich nichts, es wurde immer schlimmer. Anfangs im Lockdown waren wir die meiste Zeit zu Hause, danach sind wir mehr und mehr zu treffen mit seinen Freunden nach draußen. Ich musste immer mit, auch wenn ich lieber zu Hause geblieben wäre und ließ mich immer überreden. Danach fuhren wir trotzdem mehrmals zu anderen, um Autos anzusehen und er versuchte diese weiterzuverkaufen. Zum Schluss sollte ich auch nur im Auto sitzen bleiben, wenn er sich mit Freunden trifft. Da ich Probleme mit meinem Darm hatte und Blut im Stuhl war, wollte ich das im Krankenhaus abklären lassen. Er wollte mich nicht fahren und ich rief einen Freund von ihm an der auch Sanitäter war und mir anbot, wenn Er mich nicht fährt, soll ich mich nochmal melden. Er fuhr mich dann doch ins Krankenhaus und wartete im Warteraum, bis ich fertig war. Im Auto schnauzte er mich, an das dort ein Patient gesessen habe, der Positiv auf Corona getestet wurde, ob ich überhaupt eine Ahnung davon hätte was passiert, wenn er sich Ansteckt und welche Auswirkung das auf sein Unternehmen hat. Anfangs hatte er zwei Katzen. Die Katzendame dürfte den Umzug nicht so gut verkraftet haben und pinkelte auf die Couch. Er wurde enorm zornig, packte die Katze ein und schob sie zu seiner Mutter ab. Der Bengal-Kater blieb bei uns alleine in der Wohnung. Er wollte einen Porsche Panamera auf sein Unternehmen finanzieren und ich soll mit unterschreiben. Konnte ich zu dem Zeitpunkt auch nicht. Ein paar Tage darauf waren mir mit zwei freunden essen. Ich ging nach dem Rauchen zurück zu unserem Tisch und er unterhielt sich noch mit jemanden. Als er zurück zum Tisch kam, sagte er mir, falls jemand fragen würde nach dem Porsche, solle ich sagen, dieser gehört mir. Als wir umzogen in die gemeinsame Wohnung habe ich die Hälfte der Kaution übernommen, da er sich diese sonst nicht leisten kann, weil die Kaution der alten Wohnung erst überwiesen werden muss. Für mich zu dem Zeitpunkt kein Problem und natürlich nachvollziehbar. Also habe ich ihm die Ablöse aus meiner alten Wohnung übergeben, natürlich schriftlich. Er brachte mich dazu meinen damaligen besten Freund anzuzeigen, da er einen Wohnungsschlüssel hatte, den "er nicht herausgeben wollte" und ich die Kosten für den Schlösser-Tausch meiner alten Wohnung übernehmen muss. Ich versuchte das, ohne Anzeige zu klären und der Polizist versuchte meinen damaligen besten Freund zu erreichen, der aber nicht abhob und mir blieb nichts anderes übrig, als ihn anzuzeigen. Sobald ich mich auf der Couch an ihn heran kuscheln wollte, hielt er mich auf Abstand, ich solle nicht "knotzen". Vor allem in der Öffentlichkeit hielt er mich auf Abstand. Er nahm mein Auto und fuhr damit zu seinen Kundschaften und Termine, ich bekam Radarstrafen von Ortschaften, in denen ich nicht gewesen bin, er stritt alles ab das ich nicht mit meinem Auto fahren würde. Beim Auto putzen machte ich ihn darauf aufmerksam, dass mein Kofferraum nach Gras stinken würde, er meinte, er riecht nichts und das bilde ich mir ein. Sobald etwas nicht nach seinen Wünschen lief, lies er das an mir aus, mit Sprüchen wie, ich solle wieder abnehmen. Ich habe schon wieder zugenommen. Ich solle darauf achten, nicht fett zu werden. Zu dem Zeitpunkt hatte ich gerade mal 42 kg. Er "vermietete" mein Auto an ein Unternehmen dessen Auto erst in 6 Monaten hier ist und er will es zur Überbrückung zur Verfügung stellen. Als ich da nicht zugestimmt habe warf, er mir vor ich würde sein Unternehmen zerstören. Ich war wegen einer Koloskopie im Krankenhaus und nach der Entlassung holte er mich ab. Da ich sediert war, sollte ich mich Zuhause noch ausruhen und keine Fahrzeuge lenken. Er holte mich aus dem Krankenhaus ab und anstatt nach Hause fuhren wir auf Salzburg. Am Weg sagte er mir ich müsse ein Auto nachhause fahren, dass er Verkaufen wird. Natürlich machte ich das nicht! Am weg von Salzburg "nachhause" hielt er mir wieder vor, ich würde ihn nie unterstützen und behindere ihn nur in seinem Unternehmen. Wir fuhren dennoch nicht gleich nachhause, sondern zu einem Freund von ihm, der mich dann noch fragte, ob ich nicht gerade aus dem Krankenhaus entlassen wurde, da er meine Storys bei Instagram gesehen habe. Er redete meinen Freund "was ich hier suche und ich sollte mich zu Hause erholen" darauf an, die Antwort von ihm habe ich nicht mitbekommen. Ich solle ihm eine Homepage und Fotos von den Fahrzeugen erstellen, was mich auch freute und mich etwas Glücklicher stimmte. Bis zu dem Zeitpunkt als bei Gesprächen immer von ihm gesagt wurde er habe das alles gemacht und das alles von ihm ist. Er saß am Abend auf der Couch und der Kater spielte neben ihm am offenen Fenster, ich lag im Schlafzimmer und schaute dort meine Serien. Als er zu mir hereinkam und fragte, ob der Kater bei mir ist, was er nicht war. Wir suchten die Katze bis er gesehen hat das er aus dem Fenster gefallen war, verhältnismäßig der 3. Stock. Wir fuhren zum tierärztlichen Notdienst, weil der Kater humpelte. Er gab mir die Schuld, dass ich nicht auf die Katze aufgepasst habe. Wie wir die Katze abholen wollten war der Chip auf eine andere Person registriert, er tobte und schrie mit den Leuten in der Praxis das er diese Person nicht kenne und er den Kater schon von klein auf hatte und das er jetzt seine Katze wieder haben will. Er wusste genau, dass ich mit Alien Filme nicht umgehen kann, er ging nach mir ins Bett und schaltete im Fernseher einen Ailien Film ein, natürlich wurde ich wach vom Quietschen und nahm Reis aus und schlief im Wohnzimmer bei Disney filmen. Am nächsten Tag konnte ich mir dann Vorwürfe anhören lassen. Wir fuhren gemeinsam nach Salzburg, um das Elektroauto abzuholen, das ich nach der Sedierung nicht fahren wollte. Er sagte zu mir, wir treffen uns bei der Halle. Auf der Autobahn war ziemlich viel Verkehr und er war immer vor mir bis er ziemlich riskant nach links auf die Überholspur wechselte. Da ich den Weg zur Halle kannte, fuhr ich auch da hin. Kurz vor der Halle rief er mich an und fragte, warum ich so lang brauche und wo ich bleibe. Ich sagte ihm das ich gleich bei der Halle bin und nicht mehr so viel Reichweite hatte. Durchs Telefon schrie er mich, an dass er sagte, wir treffen uns in der Werkstatt und nicht in der Halle. Als ich es gerade noch mit der Reichweite zur Werkstatt schaffte, ging er wieder verbal auf mich los, schrie in der Gegend herum, "dass ich ihm auf der Autobahn einfach nachfahren hätte sollen" und dass ihn niemand unterstütze, er immer alles alleine machen muss und schoss seinen Autoschlüssel durch das offene Fenster in sein Auto. Für mich war das zu viel. Ich ging daraufhin zu Fuß de ca. 30min nachhause und telefonierte mit einer Freundin. Erst wie ich zu Hause dann ankam, rief er mich an, was der scheiß soll, wo ich bin und die Werkstatt meinetwegen nicht zusperren kann, weil mich alle suchen und Sie dachten, ich verstecke mich drinnen. Zwischenzeitlich gab es vereinzelt kleinere schöne Momente wo ich dachte, es wird besser. Ich hatte mir Brieflose gekauft, mit der Brieflos Show. Da ich schon lange kein öffentliches Fernsehen mehr schaute, sagte er mir, dass es die Brieflos-Show schon lange nicht mehr gibt und wir haben uns dann auf YouTube gemeinsam alte Sendungen aus der Brieflos-Show angesehen. Es gab noch so viele Situationen wo ich heilfroh war das ich weg bin. Für mich war der erste Lockdown eine Horrorerfahrung, die ich unter keinen Umständen wieder durchmachen will. Kleinigkeiten brachten ihm zum Rasen. Ich fühlte mich nach der Anfangszeit nur noch als das Haustier, dass das Privileg hatte im selben Bett zu schlafen. Zwischenzeitlich ging er liebevoll mit dem Kater um, und ich spielte schon mit dem Gedanken, ob ich eifersüchtig auf die Katze bin, weil er die Katze viel liebevoller als mich behandelte. Körperliche Nähe gab es mit Einzug in die neue Wohnung nicht mehr. Außer wenn er mir leicht in beide Wangen zwickte und meinen Kopf leicht schüttelte, das war meistens, wenn er sich über etwas freute. Keine Zärtlichkeiten wie am Anfang, ich fühlte mich schon lange nicht mehr wohl, geborgen oder sicher. Fallenlassen und den Kopf versuchen auszuschalten, nicht möglich. Ich war nur noch müde und ausgelaugt. Viel Schlaf half nichts, gesundheitlich wurde es nicht besser. Sobald ich nicht mitspielte, wurde er verbal aggressiv und beleidigend. Wenn ich nervlich am Ende war, war seine Entschuldigung immer, dass er eine schlechte Kindheit hatte und er nur schlechte Erfahrungen gemacht hatte. Er kann mit "sowas" nicht umgehen und ließ mich danach alleine sitzen. Erst als der erste Lockdown wieder gelockert wurde, nutzte ich die Chance und suchte bei einer Freundin. Unterschlupf und habe mich von ihm getrennt. Kurz danach hatten wir noch schriftlich Kontakt wo er mir immer mitteilte wie sein Tagesablauf war und wie schlimm alles ist. Bis ich den Kontakt endlich als ganzes abgebrochen habe.


Erst durch die Trennung und den totalen Kontaktabbruch wurde mir klar, was alles gelaufen ist und ich bin heilfroh, dass ich die Trennung durchgezogen habe.